Michael Chen | Senior Writer | 24. Februar 2025
Der Begriff „API“ steht für Application Programming Interface (Anwendungsprogrammierschnittstelle). APIs fungieren als Brücken zwischen Anwendungen und ermöglichen deren Kommunikation sowie den Austausch von Daten. Ein Beispiel: Ein Dashboard, das ein Marketingteam zur Verwaltung mehrerer Social-Media-Konten nutzt, basiert auf APIs, die die Social-Media-Plattformen des Unternehmens mit der Dashboard-Oberfläche verbinden und relevante Daten abrufen.
Auch alltägliche Internetnutzer profitieren ständig von APIs – oft ohne es zu bemerken. APIs verbinden öffentliche Datenquellen, wie Wetterdienste, mit kommerziellen Apps, um beispielsweise vor herannahenden Stürmen zu warnen. Entwickler greifen regelmäßig auf die Google Maps API zu, um Karten- und Standortfunktionen in ihre Websites einzubetten. Einzelhändler wiederum verwenden API-basierte Zahlungsschnittstellen wie PayPal oder Stripe, um Finanztransaktionen mit Kunden sicher abzuwickeln.
Eine API („Application Programming Interface“) ist eine Sammlung von Regeln und Protokollen, die es Anwendungen ermöglicht, Daten auszutauschen, Aktionen auszuführen und auf eine klar dokumentierte Weise miteinander zu interagieren. Wenn eine Anfrage gestellt wird – beispielsweise für eine Wetteraktualisierung – verarbeitet die API diese Anfrage, führt die erforderlichen Aktionen aus und liefert eine Antwort zurück, in der Regel in einem Standardformat wie den von JSON oder XML definierten Formaten.
Wichtige Erkenntnisse
Mit APIs können Entwickler auf Softwareplattformen und -services direkt aus ihren Anwendungen zugreifen. Ohne APIs müssten Daten jedes Mal manuell von einer Anwendung exportiert, aufbereitet und in eine andere Anwendung importiert werden –wie z. B., wenn ein Benutzer das Wetter prüfen oder auf einen Kommentar in einem sozialen Netzwerk antworten möchte.
Einfach gesagt, sind an diesem Austauschprozess drei Parteien beteiligt:
Man kann sich das wie in einem Restaurant vorstellen. Wenn alle Gäste direkt in die Küche gingen, um ihr Lieblingsgericht zu bestellen, würde Chaos entstehen. In diesem Szenario stellt die API die Speisekarte (Dokumentation) bereit, auf der alle verfügbaren Gerichte (Services) der Küche (Serveranwendung) aufgeführt sind. Sie beschreibt, welche Informationen der Kunde bereitstellen muss und in welchem Format die Bestellung erfolgen soll.
Die API fungiert also als Kellner – als Vermittler, der sicherstellt, dass Bestellungen in standardisierter Form aufgenommen und ausgeliefert werden.
APIs legen fest, wie Softwarekomponenten miteinander interagieren sollen. Dadurch können Entwickler verschiedene Systeme integrieren und Daten sowie Funktionen gemeinsam nutzen, ohne alles von Grund auf neu entwickeln zu müssen – das spart Zeit und Ressourcen. APIs definieren in der Regel die Methoden und Protokolle, die für die Kommunikation verwendet werden müssen, sowie die Datenformate, die ausgetauscht werden dürfen.
Eine API beschreibt also, wie Anwendungen miteinander interagieren, indem sie Details bereitstellt, darunter:
Der Entwickler der Client-Anwendung, der Daten anfordert, schreibt Code, um einen API-Aufruf durchzuführen. Dieser Code legt Folgendes fest:
Die Anwendung sendet Anfragen an das API-Gateway der Serveranwendung, das die eingehenden Anfragen verwaltet. Das API-Gateway leitet die Anfrage an den entsprechenden Service innerhalb der Zielanwendung weiter. Dieser Service verarbeitet die Anfrage, ruft die benötigten Daten ab oder führt die gewünschte Aktion aus.
Anschließend bereitet der Zieldienst die Antwortdaten gemäß der API-Definition auf und sendet sie über das API-Gateway zurück an die anfragende Anwendung. Diese empfängt die Daten, wertet sie aus und liefert das erwartete Ergebnis an den Endbenutzer.
Da APIs eine standardisierte Möglichkeit bieten, auf die Daten und Funktionen anderer Anwendungen und Services zuzugreifen, müssen Unternehmen das sprichwörtliche Rad nicht neu erfinden. Das spart Zeit und Geld. Diese Standardisierung fördert zudem Innovation und Skalierbarkeit, da neue Funktionen und Services modular hinzugefügt werden können, ohne den Betrieb bestehender Systeme zu beeinträchtigen.
Auf geschäftlicher Ebene sind APIs von entscheidender Bedeutung, da sie es Unternehmen ermöglichen, wiederkehrende Aufgaben und Prozesse zu automatisieren, indem Software direkt mit anderer Software interagiert. Da die meisten Unternehmen Automatisierung einsetzen, um Mitarbeiter für anspruchsvollere Aufgaben zu entlasten, ist die Fähigkeit von APIs, manuelle Arbeitsabläufe zu reduzieren und die betriebliche Effizienz zu steigern, ein zentraler Vorteil. Auch Organisationen, die den Einsatz von Cloud-Services ausbauen möchten, sind in hohem Maße auf APIs angewiesen.
API-Komponenten arbeiten zusammen, um die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen verschiedenen Softwaresystemen zu ermöglichen. Ein Verständnis dieser Komponenten ist entscheidend, um APIs erfolgreich in eine Anwendung zu integrieren. Zu den API-Komponenten gehören:
APIs können außerdem Mechanismen für Rate Limiting, Fehlerbehandlung und Dokumentation für Entwickler enthalten. Eine solide API zu entwickeln erfordert eine Reihe von Entscheidungen – von der Architektur bis zu den Design-Tools – und ist eine unverzichtbare Fähigkeit für Unternehmen, die auf eine cloudnative Zukunft setzen.
Durch den Einsatz von APIs können Entwickler verteilte Anwendungen miteinander verbinden – zum Beispiel eine Smartphone-App mit einer Social-Media-Website oder ein Gehaltssystem mit einem Geschäftskonto. Da APIs es ermöglichen, praktische Anwendungen aus kleinen, eigenständigen und vernetzten Services aufzubauen, bieten sie Vorteile in Bezug auf Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit.
Wenn ein Service ausfällt, kann der Großteil der Anwendung weiterhin funktionieren. Weitere Vorteile sind:
Trotz aller Vorteile von APIs gibt es auch Herausforderungen in Bezug auf Komplexität, Kosten und Sicherheit, die bei der Entwicklung von Anwendungen mit API-Aufrufen sowie beim Erstellen eigener APIs berücksichtigt werden müssen. Software, die von mehreren APIs abhängig ist, kann schwer zu verwalten und zu warten sein – insbesondere, wenn der API-Anbieter häufig Aktualisierungen oder Änderungen vornimmt.
Zu den spezifischen Herausforderungen gehören:
Zudem stellen nicht alle API-Entwickler eine klare und umfassende Dokumentation bereit – die jedoch entscheidend ist, damit Ihre Entwickler eine API korrekt nutzen und integrieren können. Wählen Sie Ihre Anbieter daher mit Bedacht.
Für alle, die eigene APIs entwickeln möchten, gibt es einige Stolperfallen – insbesondere bei der Wahl der Spezifikationen und der Unterschätzung der späteren Nutzung. Ein Grundprinzip guten API-Designs besteht darin, den Nutzer vor Änderungen an der Backend-Implementierung zu schützen. Das Design Ihrer API spiegelt direkt die zugrunde liegende Datenstruktur wider. Wenn sich diese internen Datenstrukturen ändern, ist auch die API betroffen – was die Funktion des API-Clients beeinträchtigen kann.
Zu den weiteren Fehlern, die vermieden werden sollten, gehören:
Schlechte Dokumentation. Klare und detaillierte Dokumentation ist entscheidend für den Erfolg Ihrer API. Wenn Sie beispielsweise ein Datum beschreiben, müssen Sie das Format eindeutig angeben. In Europa wird ein Datum in der Regel als Tag–Monat–Jahr dargestellt, während in Nordamerika die Reihenfolge Monat–Tag–Jahr gilt. Wenn solche Details nicht präzise definiert werden, kann dies zu Datenqualitätsproblemen führen – und im schlimmsten Fall dazu, dass Ihre API eine Anwendung zum Absturz bringt.
Nichtberücksichtigung der Produktionsdatenmengen. Während der API-Entwicklung werden Tests meist mit relativ kleinen Datensätzen durchgeführt. In der Produktionsumgebung sind die Datenmengen jedoch häufig deutlich größer, sodass API-Aufrufe versuchen, enorme Datenmengen in einer einzigen Anfrage zu übertragen. Dies kann – je nach Netzwerkverbindung zwischen Client und Backend – zu verschiedenen Problemen führen. Im schlimmsten Fall überlastet die Anfrage das API-Backend, was dazu führen kann, dass der API-Aufruf fehlschlägt.
Fehler können auch bei der Festlegung von Richtlinien für das API-Gateway auftreten. Häufig betreffen sie unzureichende Sicherheitsmaßnahmen, die es böswilligen Akteuren ermöglichen könnten, Daten zu verändern, unbefugt darauf zuzugreifen oder die API sogar als Angriffsweg auf das Netzwerk zu nutzen. Solche Probleme werden von der OWASP Foundation analysiert und dokumentiert; die häufigsten Fehler finden sich in ihrer bekannten Top-10-Liste der API-Sicherheitsrisiken.
Die Verwechslung der Rollen von API-Gateway und API-Backend ist ein weiterer häufiger Fehler. Beide Komponenten verarbeiten eingehende API-Aufrufe, wodurch sie leicht miteinander verwechselt werden können. Die Aufgabe des Gateways besteht jedoch darin, Anfragen schnell zu prüfen und an die richtige Stelle weiterzuleiten. Das API-Backend hingegen benötigt mehr Zeit für die Verarbeitung, da es die eigentliche Geschäftslogik ausführt.
Dabei ist wichtig zu beachten, dass die Beziehung zwischen API-Aufrufen und API-Backend nicht eins zu eins ist.
Es gibt vier Haupttypen von APIs, und welche Sie wählen, hängt von Ihrem Anwendungsfall ab. Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, sollten Sie sowohl kurzfristige als auch langfristige Pläne für Ihre Anwendung berücksichtigen – ein späterer Wechsel zu einem anderen API-Modell ist zwar möglich, erhöht jedoch Kosten und Komplexität.
Die meisten Menschen kennen Verbraucher-APIs, wie z. B. für Wetter- oder Standortdaten. Doch es gibt ein ganzes Universum hochentwickelter APIs, die Unternehmen dabei unterstützen, Funktionen aus Cloud-Services, Datenbanken und leistungsstarken Geschäftsanwendungen zu nutzen.
Beispielsweise bietet Oracle ein breites Spektrum an APIs für seine Services. Unternehmen, die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) nutzen, können APIs verwenden, um virtuelle Netzwerke programmgesteuert zu verwalten – darunter das Erstellen, Konfigurieren und Verwalten von Subnetzen, Sicherheitslisten und Routentabellen. Eine Compute-API ermöglicht Administratoren das Starten, Stoppen, Neustarten und Konfigurieren von Compute-Instanzen in OCI. Weitere APIs verbinden IT-Teams mit Funktionen für Object Storage sowie Identity and Access Management (IAM).
Auch innovative Start-ups setzen APIs ein. So bietet Inworld.ai KI-gesteuerte virtuelle Charaktere für Online-Rollenspiele an. Über APIs können Entwickler nicht spielbare Charaktere (NPCs) erstellen, die realistisch und interaktiv auf Spieler reagieren. Die APIs ermöglichen es Spieldesignern, Eigenschaften, Persönlichkeit und Verhalten der Charaktere festzulegen und so NPCs individuell anzupassen, um Tiefe und Vielfalt in ihre Spiele zu bringen. Virtuelle Charaktere können über APIs Text- oder Spracheingaben verstehen und darauf reagieren.
Von Domino’s Pizza, das APIs nutzt, um Bestellungen über Sprachassistenten zu ermöglichen, bis zu Uber, das mithilfe von APIs Echtzeitdaten einbindet und Fahrtpreise dynamisch an Nachfrage und Verkehrslage anpasst – diese Technologie treibt schon heute echte Innovation voran.
Für die meisten Menschen sind APIs, die soziale Netzwerke und Zahlungsabwicklungen ermöglichen, bestens bekannt. Viele Websites und Anwendungen nutzen APIs, um beliebte Social-Media-Funktionen wie das Teilen von Inhalten bereitzustellen. E-Commerce-Plattformen wiederum verwenden APIs, um sich mit Zahlungsdiensten wie Stripe oder PayPal zu verbinden.
Doch APIs erleichtern unseren Alltag auf viele weitere Arten. Sie ermöglichen die Geolokalisierungsdienste, die Apps für Mitfahrgelegenheiten oder Essenslieferungen nutzen, um mithilfe von Karten-APIs den Standort eines Kunden oder dessen Ziel zu bestimmen.
Im Unternehmenskontext erlauben APIs Teams, mit Cloud-Ressourcen zu interagieren – wie z. B. mit den Anwendungen, die sie für Finanzprozesse oder Kundendienstfunktionen einsetzen. Darüber hinaus sind APIs die Grundlage für die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen IoT-Geräten und ihren Steuerungssystemen.
Wenn Sie in einem intelligenten Büro arbeiten, in dem Licht und Temperatur automatisch angepasst werden, ist das ebenfalls ein Beispiel für den Einsatz von APIs.
Es gibt verschiedene Protokolle bzw. Architekturstile, um APIs für Entwickler bereitzustellen. Diese Ansätze legen fest, wie eine API funktionieren soll und über welche Mechanismen Entwickler aus ihren eigenen Programmen darauf zugreifen können.
Zu den gängigen Architekturstilen gehören:
API-Integrationen verbinden Anwendungen miteinander und ermöglichen den Austausch von Daten und Funktionen. Man kann sich Integrationen wie Telefonleitungen vorstellen, die eine offene Kommunikation in beide Richtungen ermöglichen.
Dabei sind drei Komponenten beteiligt:
Die APIs selbst legen die Regeln und Spezifikationen fest, nach denen Anwendungen miteinander kommunizieren können. Sie definieren, welche Daten ausgetauscht werden dürfen, in welchem Format sie vorliegen müssen und welche Aktionen ausgelöst werden können.
Die Serveranwendung stellt ihre Funktionen oder Daten über eine API bereit. Ein Cloud-Service könnte beispielsweise eine API anbieten, mit der IT-Teams schnell neue Instanzen erstellen oder Benutzer hinzufügen können.
Die Client-Anwendung nutzt APIs, um Daten oder Funktionen von der Serveranwendung anzufordern. Eine Mitfahr-App verwendet beispielsweise die API eines Wetterdienstes, um Preise automatisch anzupassen, wenn es regnet oder bestimmte Temperaturgrenzen über- oder unterschritten werden.
Der eigentliche Prozess umfasst mehrere Schritte: Zunächst wählt der Entwickler der Client-Anwendung eine geeignete API aus. Der Client verwendet anschließend API-Schlüssel, Tokens oder andere Anmeldedaten, um sich bei der gewünschten API zu authentifizieren und die Berechtigung für bestimmte Daten oder Aktionen zu erhalten. Danach sendet er Anfragen (API Calls) an die Server-API, in denen genau angegeben ist, welche Daten oder Aktionen gewünscht sind.
Die Serveranwendung verarbeitet die Anfrage und führt – sofern autorisiert – die entsprechende Aktion aus oder ruft die angeforderten Daten ab und sendet sie in einem strukturierten Format wie JSON oder XML über die API zurück an den Client.
Digitale Transformation dreht sich im Kern um die Cloud – und APIs sind ein zentrales Element cloudnativer Architekturen. Sie ermöglichen die Integration von Services und Systemen innerhalb der Cloud und verbinden Legacy-Anwendungen mit neuen Cloud-Services. So können Unternehmen schrittweise in eine digitale Zukunft übergehen, ohne laufende Geschäftsprozesse zu unterbrechen. Mit APIs können Unternehmen außerdem schnell auf Marktveränderungen und Chancen reagieren. Moderne Services wie Zahlungsportale, Social-Media-Plattformen oder Analysetools lassen sich direkt in Anwendungen integrieren.
Eine weitere transformative, API-basierte Technologie ist das Konzept der Microservices – ein Architekturansatz für die moderne Anwendungsentwicklung, der auf unabhängige Services und Funktionen setzt. In einer Microservices-Architektur wird eine Anwendung in klar abgegrenzte Bausteine zerlegt, die jeweils eine einzelne Aufgabe effizient ausführen. Diese Microservices kommunizieren über APIs mit anderen Anwendungen oder Services. Eine Anwendung kann aus nur wenigen Microservices bestehen – oder aus Hunderten bis Tausenden einzelner Komponenten. Microservice-basierte Anwendungen sind besonders skalierbar, da ihre einzelnen Elemente unabhängig voneinander agieren und sich somit schneller anpassen und erweitern lassen. Dies bietet die Agilität und Flexibilität, die für digitale Transformationsinitiativen erforderlich sind – Faktoren, die durch die monolithischen Architekturen herkömmlicher Softwareentwicklung oft behindert werden.
Cloud-native Unternehmen, die Microservices einsetzen, können schneller auf neue Chancen reagieren und Automatisierung gezielt vorantreiben. APIs unterstützen diese Strategie.
Unternehmen entwickeln zunehmend APIs, um das anhaltende Wachstum von Cloud, künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) zu unterstützen – die Kommunikation von Anfragen und Ergebnissen erfolgt dabei über APIs. Doch auch APIs selbst entwickeln sich weiter.
Ein Beispiel dafür sind sogenannte Reverse- (Egress-) Gateways. Normalerweise besteht die Aufgabe eines API-Gateways darin, eingehende Anfragen zu verarbeiten. Es gibt jedoch Szenarien, in denen ein Gateway als spezialisierter Internet-Proxy fungiert und eine Infrastruktur bereitstellt, um den Netzwerkverkehr von Anwendungen gezielt zu steuern, während IT-Teams gleichzeitig die Aktivitäten überwachen können. Wenn sämtlicher ausgehender Datenverkehr eines Netzwerks ausschließlich über das API-Gateway erfolgt – und dabei nur genehmigte externe APIs genutzt werden dürfen –, kann die IT sämtliche ausgehenden Datenpakete prüfen und so besser nachvollziehen, wie und wohin Daten das Netzwerk verlassen.
API-Gateways können außerdem die Nutzung kostenpflichtiger Services nachverfolgen und so sicherstellen, dass diese korrekt verwendet werden und die erwarteten Umsätze erzielt werden. Darüber hinaus unterstützen Gateways beim Testen neuer Anwendungsversionen vor deren Bereitstellung. Während der Testphase kann es erforderlich sein, Anfragen unterschiedlich zu behandeln – je nachdem, ob sie aus dem Produktivsystem oder aus der Testumgebung stammen. Das Gateway kann die nötigen Informationen erkennen und die Weiterleitung entsprechend steuern.
Neue Techniken für API-Rate-Limiting und Throttling helfen IT-Teams, den API-Zugriff zu verwalten und Angriffe zu verhindern. Beim Rate-Limiting wird die Anzahl der API-Aufrufe begrenzt, die eine Anwendung innerhalb eines bestimmten Zeitraums durchführen darf. Throttling hingegen passt den Zugriff dynamisch an – wie beispielsweise basierend auf der Serverauslastung oder wenn eine Aktivität als potenziell schädlich eingestuft wird.
Weitere wichtige Trends und Standards, die die API-Landschaft prägen, betreffen den zunehmenden Fokus auf Offenheit und Interoperabilität, ohne dabei die Sicherheit zu vernachlässigen. Unternehmen sollten insbesondere auf folgende Entwicklungen achten:
OpenAPI Initiative. Die OpenAPI Initiative (OAS) ist ein Zusammenschluss mehrerer Organisationen, die an einer gemeinsamen Sprache zur Beschreibung von APIs arbeiten. Dieses standardisierte Format soll zu besserer Dokumentation, einfacherer Auffindbarkeit und reibungsloserer Integration führen.
JSON Web Tokens. Eine weitere Initiative offener Standards sind die JSON Web Tokens (JWTs), die sich zunehmend als Methode für Authentifizierung und Autorisierung in APIs etablieren. Sie ermöglichen eine sichere Übertragung von Benutzeridentitätsinformationen zwischen Anwendungen, ohne dass sensible Daten direkt auf dem API-Server gespeichert werden müssen.
OAuth 2.0. Da Sicherheit ebenso wichtig ist wie Standardisierung, wird OAuth 2.0 – das branchenweit anerkannte Protokoll für Autorisierung – zunehmend eingesetzt. Das OAuth 2.0-Framework ermöglicht es Anwendungen, auf Benutzerdaten einer anderen Plattform zuzugreifen, ohne dass Benutzer ihre Passwörter weitergeben müssen. Dadurch behalten sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen eine bessere Kontrolle über ihre Daten.
OpenID Connect (OIDC) baut auf OAuth 2.0 auf und ermöglicht es Anwendungen, die Identität eines Benutzers zu verifizieren, ohne dass separate Anmeldedaten für jede Anwendung erforderlich sind.
Für Unternehmen, die stark auf eine stabile API-Leistung angewiesen sind, wird außerdem API-Analytik zu einem unverzichtbaren Instrument. Durch proaktives Überwachen und Analysieren der API-Nutzungsmuster kann die IT Leistungsengpässe, Sicherheitsrisiken und Optimierungspotenziale frühzeitig erkennen. Unternehmen sollten nach API-Management-Lösungen Ausschau halten, die Tools zur Erfassung und detaillierten Auswertung von API-Nutzungsdaten bieten. Die Analyse, welche APIs am häufigsten verwendet werden, hilft dabei, Investitionsentscheidungen gezielt zu treffen. Wenn beispielsweise die APIs eines veralteten ERP-Systems häufiger genutzt werden als die des CRM, könnte es sinnvoll sein, die Verbesserung oder den Austausch des ERP-Systems zu priorisieren.
Oracle Cloud Infrastructure (OCI) bietet ein umfassendes Serviceportfolio zur Verwaltung des gesamten API-Lebenszyklus. Dank der integrierten Tools können Entwicklerteams ganz einfach bei Prototypen, Tests und Validierungen von APIs zusammenarbeiten. Oracle Cloud Infrastructure API Gateway bietet Integration, Beschleunigung, Governance und Sicherheit für API- und SOA-basierte Systeme und ermöglicht es Teams, Web-APIs sicher zu verwalten und bereitzustellen. Darüber hinaus können API-Operatoren mit Nutzungsplänen und Abonnements APIs überwachen und monetarisieren.
Sobald ein Entwicklungsteam versteht, wie APIs funktionieren, erkennt es die verborgenen Verbindungen, die viele Anwendungen und Services im Hintergrund antreiben – jene, die Kunden und Mitarbeiter täglich nutzen. Dadurch können Entwickler Anwendungen schneller, effizienter und kostengünstiger erstellen, indem sie auf über APIs bereitgestellte Daten und Funktionen zugreifen, anstatt alles von Grund auf neu zu entwickeln.
Finanzanwendungen sind zentrale und anspruchsvolle Einsatzbereiche für APIs. Sie unterstützen CIOs dabei, CFOs mit Systemen auszustatten, die sowohl Mitarbeiter als auch Kunden überzeugen. Im Folgenden finden Sie weitere Möglichkeiten, um zentrale Finanzprozesse zu optimieren.
Was sind die vier Arten von APIs?
Die vier API-Typen sind: öffentlich (für jeden zugänglich), privat (intern innerhalb eines Unternehmens entwickelt), Partner-APIs (für die Zusammenarbeit zwischen Anwendungen verschiedener Organisationen) und zusammengesetzte APIs (eine Kombination verschiedener API-Typen, die gemeinsam genutzt werden).
Was ist ein Beispiel für eine API im Alltag?
Ein gutes Beispiel für einen Anbieter öffentlicher APIs ist die NASA. Sie stellt APIs bereit, um Forschungsdaten, Bilder und Informationen zu Ereignissen zu teilen. Diese APIs ermöglichen es Entwicklern, ausgewählte NASA-Daten – wie z. B. Updates des Mars-Rovers oder Details zu von der NASA beobachteten Naturereignissen wie Vulkanausbrüchen – abzurufen und in eigene Anwendungen zu integrieren. So könnte beispielsweise eine Wetter-App Mars-Rover-Updates in einem speziellen Bereich als „Live vom Mars“-Feed anzeigen.
Ist die Erstellung einer API einfach?
Das Schreiben einer API kann ein unkomplizierter Prozess sein, insbesondere für erfahrene Entwickler. APIs lassen sich in nahezu jeder Programmiersprache erstellen, und etablierte Architekturen wie REST bieten klare Richtlinien dafür. Ein einfacher Weg, um die API-Entwicklung zu erlernen, ist das Reverse Engineering öffentlicher Open-Source-APIs, um zu verstehen, wie deren Entwickler sie aufgebaut haben.
Was ist eine REST-API einfach erklärt?
REST, auch als RESTful bezeichnet, steht für „Representational State Transfer“ und ist ein Standardprotokoll für die Entwicklung von Webservices. REST legt Regeln und Richtlinien fest, damit verschiedene Anwendungen effizient und skalierbar über das Internet miteinander kommunizieren können. Dabei definiert REST, wie Anwendungen Anfragen – meist über die Methoden GET, PUT, POST und DELETE – per HTTP stellen. Diese Kommunikation erfolgt mithilfe von Formaten wie HTML, XML, Python, JSON, PHP oder einfachem Text, ohne dass eine dauerhafte Verbindung (zustandsbehaftete Beziehung) zwischen Client und Server erforderlich ist.