Michael Chen | Senior Writer | 18. Dezember 2025
Wenn es um moderne Technologien zur Nutzung von Daten geht, denkt man selten zuerst an robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA). Erfahrene Unternehmen wissen jedoch, dass RPA ein zentrales Tool zur Optimierung von Workflows ist. Sie unterstützt unter anderem Dateneingabe, operative Abläufe und den Kundenservice. RPA verbindet Prozesse über Abteilungen und Funktionen hinweg. Gleichzeitig entlastet sie Mitarbeiter von manuellen Aufgaben, sodass sie sich auf wichtigere und kreativere Tätigkeiten konzentrieren können.
RPA ist eine Form der computerbasierten Prozessautomatisierung für Workflows mit klar definierten Regeln, Eingaben, Ausgaben und Prozess-Triggern. Repetitive Aufgaben lassen sich mit RPA schneller erledigen als durch Menschen. Zudem wird die Fehleranfälligkeit menschlicher Arbeit deutlich reduziert. RPA-Workflows können über Integrationen mit verschiedenen Anwendungen oder mit No- oder Low-Code-Tools definiert werden. Einige RPA-Systeme erstellen sogar Skripte, indem sie beobachten, wie ein Mensch eine Aufgabe ausführt. Praxisbeispiele für RPA-Prozesse sind automatisierte Dateneingaben, Bestandsprüfungen bei Erreichen definierter Lagerbestände oder die Bearbeitung einfacher Retouren im Einzelhandel.
Wichtigste Erkenntnisse:
RPA ist eine Technologie, die Software-Roboter, sogenannte Bots, nutzt, um repetitive, regelbasierte digitale Aufgaben zu automatisieren, die zuvor von Menschen ausgeführt wurden. RPA-Bots interagieren mit Anwendungen und Systemen genauso wie ein Mensch. Sie melden sich an, navigieren durch Masken, klicken Schaltflächen, extrahieren Daten, füllen Formulare aus und verschieben Dateien. So übernehmen sie Aufgaben wie die Rechnungsverarbeitung, die Pflege von Kundendaten oder die Erstellung von Berichten. RPA steigert die Effizienz, reduziert Fehler und entlastet Mitarbeiter, damit sie sich auf komplexere, wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren können, die Urteilsvermögen und Kreativität erfordern. Zudem benötigt RPA für vergleichbare Aufgaben oft weniger Ressourcen als ein KI-System.
RPA-Technologie funktioniert ähnlich wie Makros in Anwendungen wie Excel. Beide arbeiten mit einem Regelwerk und definierten Triggern zur schrittweisen Automatisierung von Aufgaben. RPA kann jedoch anwendungsübergreifend eingesetzt werden und bietet Funktionen wie bedingte Logik, die auch komplexere Workflows ermöglichen. In einer Cloud-Infrastruktur lassen sich Skripte mit No- bzw. Low-Code-Tools erstellen. Dadurch wird RPA auch für Fachanwender zugänglich, die Automatisierungen ohne Unterstützung der IT entwickeln können.
RPA kann als automatisierter Schritt in einem Workflow eingerichtet werden (unbeaufsichtigt) oder manuell ausgelöst werden (beaufsichtigt). Durch die Kombination mit KI-Agenten lässt sich ein Prozess weiter automatisieren.
RPA arbeitet mit Software-Bots, die nachahmen, wie eine Person einen Computer zur Ausführung einer Aufgabe nutzt. Zunächst zeichnen Fachanwender oder Entwickler mit RPA-Software die exakten Schritte eines Prozesses auf. Die Software erfasst Klicks, Tastatureingaben und Datenoperationen in relevanten Anwendungen wie E-Mail, Websites, Tabellenkalkulationen und Unternehmenssoftware wie ERP. Aus dieser Aufzeichnung entsteht ein schrittweises Skript bzw. ein Workflow. Ein Fachexperte kann dieses Skript anschließend verfeinern und Regeln, Schleifen sowie Logik hinzufügen, um mögliche Abweichungen und Entscheidungen abzudecken.
Sobald der Workflow definiert ist, ist der Bot einsatzbereit. Er kann zu bestimmten Zeiten geplant oder durch ein Ereignis ausgelöst werden. Beispielsweise, wenn es Zeit ist, einen neuen Mitarbeiter willkommen zu heißen. Der Bot führt die vordefinierten Schritte des Onboarding-Prozesses automatisch aus – genauso wie eine Person, jedoch in der Regel schneller und fehlerfrei. Er kann Informationen aus Recruiting-Systemen erfassen, Benutzerkonten, E-Mail-Adressen und Zugriffsrechte anlegen, Willkommens-E-Mails sowie Anleitungen versenden und erforderliche Compliance-Formulare erstellen. Kann der Bot einen Prozess nicht vollständig abschließen, leitet er den Vorgang zur manuellen Bearbeitung weiter.
Eine gängige Methode zur Erstellung einfacher Bots besteht darin, dass RPA-Software die Aktionen eines Menschen beobachtet und aufzeichnet. Zusätzlich können Task-Mining-Tools eingesetzt werden, die Benutzerinteraktionen wie Klicks, Tastatureingaben und Dateneingaben über verschiedene Anwendungen hinweg erfassen, um repetitive Aufgaben zu identifizieren, die sich für RPA eignen. Process-Mining-Tools gehen noch einen Schritt weiter. Sie analysieren Ereignisprotokolle aus Unternehmenssystemen, visualisieren End-to-End-Prozesse und helfen dabei zu bewerten, welche Automatisierungen einen hohen Nutzen versprechen.
Für komplexere Automatisierungen können Routinen mit Programmiersprachen wie Python oder JavaScript entwickelt werden. Diese nutzen APIs zur Anbindung von Systemen für Datenimport und -export, optische Zeichenerkennung und Objekterkennung bei gescannten Dokumenten sowie zur Integration von KI-Agenten. An diesem Punkt entwickelt sich RPA zu einer intelligenten Automatisierung, bei der KI die Verarbeitung weniger strukturierter Daten und einfache Entscheidungsfindung ermöglicht.
RPA-Tools selbst können No- und Low-Code-Tools für die Skripterstellung nutzen. Und wenn sie in eine Cloud-Infrastruktur integriert sind, können Skripte über eine Vielzahl von Datenquellen hinweg eingesetzt werden. In der Tat ist RPA in der Cloud ein großer Trend. Die Cloud verbessert die Skalierbarkeit und erleichtert es Bots, sich mit einer breiten Palette von Anwendungen und Datenquellen zu verbinden.
Mit zunehmender Anzahl eingesetzter Bots benötigen Unternehmen zudem eine Möglichkeit zur zentralen Verwaltung. Orchestrierungstools stellen dafür zentrale Steuerungsoberflächen bereit. Sie übernehmen Aufgaben wie die Zuweisung von Arbeit an verfügbare Bots, die Verwaltung von Zugangsdaten sowie die Bereitstellung detaillierter Protokolle und Analysen zur Bot-Performance.
KI kann auf zwei grundlegende Arten mit RPA zusammenarbeiten. Erstens kann ein KI-Agent RPA nutzen, um ihm zugewiesene Aufgaben auszuführen. Wenn die Aufgabe eines KI-Agenten beispielsweise darin besteht, eingehende Dokumente zu prüfen und vorzubereiten, kann er eine Tabellenkalkulation analysieren, um festzustellen, ob das eingehende Format mit dem bevorzugten Format des Unternehmens kompatibel ist. Ist eine Umwandlung erforderlich, kann er ein RPA-Skript aktivieren, um die notwendigen Schritte auszuführen.
Zweitens können RPA-Skripte Regeln enthalten, um bei bestimmten Bedingungen anzuhalten und einen Menschen oder einen KI-Agenten zur Intervention aufzufordern. Standardmäßig erfolgt dabei häufig eine menschliche Prüfung und Entscheidungsfindung. Alternativ kann RPA jedoch einen KI-Agenten einbeziehen, der die Situation bewertet und gegebenenfalls festlegt, wie der Prozess fortgesetzt wird.
Ein Beispiel ist der kombinierte Einsatz eines KI-Kundenservice-Chatbot-Agenten und eines RPA-Skripts zur Bearbeitung von Produktrückgaben. Der Chatbot nimmt das Rückgabeformular eines Kunden entgegen und nutzt RPA, um zu prüfen, ob ein gültiger Rückgabegrund vorliegt. Die Auswahlliste „Rückgabegrund“ enthält jedoch die Option „Sonstiges“ mit einem zusätzlichen Textfeld, in dem der Kunde das Problem beschreibt. Da hier unstrukturierte Daten ohne klar definierte nächste Schritte entstehen, würde RPA den Vorgang normalerweise anhalten und zur manuellen Prüfung kennzeichnen. Mit KI im Einsatz kann RPA stattdessen ein Large Language Model (LLM) einbeziehen, das Zugriff auf frühere Fälle mit der Auswahl „Sonstiges“ hat und analysiert, wie diese behandelt wurden. Auf Basis dieser Analyse kann das System die Rückgabe akzeptieren oder ablehnen, und bei Bedarf eskaliert es den Vorgang an einen Service-Mitarbeiter.
Systemische Automatisierung mit RPA bietet eine Vielzahl von Vorteilen, insbesondere höhere Effizienz und weniger Fehler. Die inhärente Flexibilität von RPA ermöglicht kreative Integrationen – sowohl in Anwendungen für interne Abläufe als auch in kundenorientierter Software. Nachfolgend sind die häufigsten Vorteile von RPA zusammengefasst.
Obwohl RPA in vielen Szenarien überzeugt, bringt es Einschränkungen bei Integration und Funktion mit sich. Im Folgenden sind einige der häufigsten Herausforderungen von RPA zusammengefasst.
Es gibt zwei Haupttypen von RPA: beaufsichtigte und unbeaufsichtigte RPA. Darüber hinaus gewinnt eine dritte, hybride Variante zunehmend an Bedeutung, da sie einen Ausgleich zwischen effizienter Automatisierung und komplexer Problemlösung mit menschlicher Intervention schafft. Sehen wir uns alle drei Typen an.
Zur Veranschaulichung der Optimierung durch hybride RPA dient das Beispiel eines Kunden-Chatbots, der den Genehmigungsprozess für Rückgaben unterstützt. Unbeaufsichtigte RPA bearbeitet Rückgabeanfragen, die innerhalb definierter Kriterien liegen, wie z. B. Kaufdatum, Zustand und Produkttyp. Gibt der Kunde jedoch Informationen ein, die nicht eindeutig zuzuordnen sind, kennzeichnet der Chatbot den Vorgang für eine manuelle Prüfung, um zu entscheiden, ob die Rückgabe genehmigt werden soll. Auf diese Weise wird ein Großteil der Aufgaben maximal effizient automatisiert, während gleichzeitig die Möglichkeit besteht, auf Basis definierter Faktoren wie Kundenwert oder Wiederverkaufbarkeit des Produkts eine menschliche Entscheidung einzubeziehen.
Obwohl robotergesteuerte Prozessautomatisierung kulturell nicht so präsent ist wie Machine Learning und künstliche Intelligenz, ist sie ein leistungsstarkes Tool, auf das viele Unternehmen angewiesen sind. In vielerlei Hinsicht sind RPA, ML und KI symbiotische und sich häufig überschneidende Technologien. Für IT-Teams ist es entscheidend zu wissen, wo welche Technologie eingesetzt werden sollte, und zwei verbreitete Irrtümer über RPA zu kennen.
Der Unterschied zwischen RPA und KI lässt sich mit dem Vergleich zwischen einem Techniker und einem Ingenieur veranschaulichen. Beide sind für den Erfolg eines Betriebs wichtig und verfügen über technisches Verständnis. Sie folgen jedoch unterschiedlichen Parametern und Zielen. Ein Techniker hält sich an Regeln, führt definierte Schritte aus und beachtet feste Grenzen, um Prozesse schnell und präzise umzusetzen. Ein Ingenieur kann diese Aufgaben ebenfalls übernehmen, ist jedoch in der Lage, mit Ausnahmen und Abweichungen umzugehen und Prozesse zu analysieren, um Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
Was versteht man unter intelligenter Automatisierung? Kurz gesagt handelt es sich um die Integration von Automatisierungsprozessen wie RPA mit KI, um die Vorteile beider Technologien optimal zu nutzen. Diese Kombination verbindet die regelbasierte Effizienz der Automatisierung zur Reduzierung von Arbeitsaufwand und manuellen Tätigkeiten mit der Fähigkeit von KI, autonom zu entscheiden, wann diese Funktionen ausgeführt werden. Im Folgenden sehen Sie zwei Beispiele für intelligente Automatisierung:
Automatisierung mit RPA kann funktions- und branchenübergreifend eingesetzt werden, um Verschwendung zu reduzieren, die Leistung zu steigern und die Genauigkeit zu erhöhen. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele dafür, wie verschiedene Branchen RPA erfolgreich in ihre Workflows integrieren:
RPA kann branchenübergreifend eingesetzt werden, um Geschäftsprozesse zu automatisieren – sowohl in internen Abläufen als auch in kundenorientierten Interaktionen. Die Einsatzmöglichkeiten von RPA sind nahezu unbegrenzt. Jeder wiederholbare Prozess mit klar definierten Schritten kommt grundsätzlich infrage. Im Folgenden sind einige der gängigsten branchenübergreifenden Anwendungsfälle für RPA zusammengefasst:
Während RPA erhebliche Chancen zur Automatisierung von Prozessen und zur Steigerung der organisatorischen Effizienz bietet, stehen Unternehmen häufig vor einigen typischen Herausforderungen. RPA ist jedoch eine etablierte Technologie, und für die meisten Hürden gibt es bewährte, proaktive Lösungsansätze.
Während RPA ein leistungsstarkes Tool zur Optimierung von Workflows sein kann, maximieren einige Planungs- und Integrationsbest Practices den Erfolg. In der Regel beginnt die Einführung von RPA mit der Identifikation wiederholbarer und stabiler Aufgaben innerhalb der Workflows eines Unternehmens. Sobald geeignete Zielprozesse definiert sind, helfen die folgenden Schritte dabei, Automatisierungsinitiativen erfolgreich umzusetzen.
RPA bietet zuverlässige und konsistente Automatisierungstechnologie und ist damit ideal für jedes KI-Agenten-Toolkit. Oracle Integration, Die einheitliche Business-Automatisierungsplattform von Oracle, stellt vorkonfigurierte Integrationen, integrierte Best Practices und eine visuelle Entwicklungsumgebung bereit, um den Nutzen von RPA und weiteren Automatisierungstools zu maximieren. Mit Oracle Integration-Lösungen können Kunden hybride Automatisierungen erstellen, die API-basierte Integrationen, Roboter, KI-Agenten und Human-in-the-Loop-Prozesse kombinieren.
Dank KI stehen wir an der Schwelle zu einer neuen Ära RPA-getriebener Produktivität. Während RPA seit jeher darin überzeugt, repetitive und strukturierte Aufgaben durch die Nachahmung menschlicher Handlungen zu automatisieren, kann KI-gestützte RPA weit mehr leisten. Die Herausforderung für Unternehmen besteht nun darin, größer zu denken und neue Einsatzfelder für RPA zu identifizieren. Pilotprojekte helfen, den Mehrwert moderner RPA-Technologien aufzuzeigen, Führungskräfte in den Fachbereichen einzubinden und RPA gezielt als zentralen Enabler für agentenbasierte KI zu etablieren.
Erfahren Sie, wie Unternehmen mit KI-Agenten die Produktivität steigern und zentrale Prozesse automatisieren können.
Kann RPA zur Automatisierung unstrukturierter Daten eingesetzt werden?
RPA eignet sich am besten für strukturierte Daten mit festen Regeln, lässt sich jedoch in seinen Einsatzmöglichkeiten erweitern. Für die Verarbeitung unstrukturierter Daten wie Text, Video oder Bilder sind zusätzliche Tools erforderlich, die diese Inhalte in strukturierte Formate für RPA-Systeme überführen. So können NLP-Modelle unstrukturierte Textdaten analysieren, kategorisieren und mit Tags versehen, die RPA anschließend für die Berichtserstellung nutzt. Ebenso kann die optische Zeichenerkennung (OCR) Inhalte aus Dokumentenbildern in strukturierte Daten umwandeln, die dann in RPA-Analysen einfließen.
Welche zentralen Aspekte sind bei der Skalierung von RPA im gesamten Unternehmen zu berücksichtigen?
RPA lässt sich unternehmensweit skalieren, erfordert dabei jedoch eine durchdachte Umsetzung. Der Erfolg hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die eingesetzten RPA-Tools, das Volumen potenzieller Automatisierungen, die Vernetzung vorhandener Daten, verfügbare Verarbeitungsressourcen sowie die Möglichkeit zur Überwachung und Wartung der Bots. Zu Beginn sollten Unternehmen eine organisationsweite Analyse ihrer Prozesse durchführen, um Automatisierungspotenziale zu identifizieren, und diese mit bestehenden IT-Tools und Ressourcen abstimmen. Auf operativer Ebene sollten RPA-Teams Modularität, Wiederverwendbarkeit und flexible Konfigurationen berücksichtigen. Dies erleichtert die Wiederverwendung von RPA-Skripten und vereinfacht Bewertungen hinsichtlich Ressourceneinsatz, Integration und Skalierbarkeit.
Wie lässt sich RPA mit anderen Automatisierungstechnologien integrieren?
RPA kann auf vielfältige Weise mit anderen Automatisierungstechnologien kombiniert werden – häufig als intelligente Automatisierung bezeichnet. In Szenarien mit agentenbasierter KI fungiert RPA als Tool im Instrumentarium eines Mitarbeiters, das gezielt zur Erreichung seiner Ziele eingesetzt wird. In Workflows kann RPA vor dem nächsten Prozessschritt ein KI-Modell zur Entscheidungsfindung bei komplexen oder uneindeutigen Eingaben heranziehen. In anderen Anwendungsfällen führen KI-Modelle Analysen oder die Verarbeitung unstrukturierter Daten durch, bevor die Ergebnisse in einen stärker strukturierten RPA-Workflow zur Berichtserstellung überführt werden.
